Der Beginn meiner Webkarriere liegt schon
weit zurück. Während meiner Studienzeit besuchte ich regelmäßig die Treffen
einer Webgruppe in der Steiermark und webte den ersten Stoff für ein Dirndl.
Ein langer beruflicher Aufenthalt in Schweden gab der Weberei den wahren Auftrieb.
Ich war Mitglied in der Webstube meiner Wohnsiedlung, begann Kurse zu besuchen,
abonnierte Webzeitschriften und kaufte mir schon bald einen eigenen Webstuhl.
Zu der Zeit war das Weben in Schweden gerade auf einem Höhepunkt. So konnte ich Techniken
wie Damastweberei und Shaftswitching lernen. Ich webte einfach alles,
Handtücher, Teppiche, Vorhänge, Polsterüberzüge, Tischtücher usw.
Zurück in
Wien gründete ich zusammen mit zwei anderen Weberinnen das Netzwerk für
Handweben in Österreich um den Weberinnen und Webern in Österreich eine Plattform
für Kontakte zu geben. Das Netzwerk ist ein voller Erfolg. In Graz organisiere
ich seit einigen Jahren Webtreffen, zu dem sich jedes Jahr Weber und
Weberinnen aus allen Bundesländern zusammenfinden.
Im Jahr 2013 habe ich mir
mit dem Atelier für Handweben einen lange gehegten Traum
erfüllt und der Freude am Weben nicht nur in meinem Herzen, sondern auch
räumlich einen entsprechenden Platz gegeben. In einem Arkadenhof im Südburgenland lade ich alle Interessierten ein das Handwerk kennen zu lernen.
Ich selbst habe das Weben in vielen Kursen gelernt und vertieft. Für mich ist Weben eine wunderbare
Mischung aus den vorgegebenen, strickten Abläufen eines Handwerks in Verbindung
mit viel Kreativität, Planung und Spiel mit Form und Farbe.
Während früher WeberInnen oft
tagaus tagein eine Qualität meterweise produzierten, so weben wir heute viele
Unikate, die die Handschrift des Schaffenden mit jedem Stück von Neuem
zeigt. Mein Ziel ist es, Menschen, die
an den Aktivitäten in meinem Atelier teilnehmen, Begeisterung für das Weben spüren zu lassen und sie beim Abenteuer Weben je nach persönlichem Interesse zu begleiten.
Das Weben bietet so viel an Technik und
Facetten, man hört nie auf Neues zu entdecken.